Angepinnt ford werke genk - "unser" produktionswerk - ein nachruf

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  • ford werke genk - "unser" produktionswerk - ein nachruf

    2012 hatte ich mal die möglichkeit, am ford-werk in genk/belgien vorbeizufahren, in den jahren vorher war das immer nachts auf dem rückweg aus dem frankreichurlaub. also hin, fotos gemacht und die monde mal vor dem werksschild postiert. drei tage später stand in der presse das ford das werk schließen wird. gut das ich nicht 3 tage später in belgien war, zudem hat küchenchef/olaf mir aufgrund dessen untersagt ihn in seiner kantine zu besuchen... ;(

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    zur geschichte des werks:
    Als in den 60er Jahren Arbeitskräfte im Kölner Werk knapp wurden, plante man ein neues Werk im nahen Ausland. Begünstigt durch staatliche Zuschüsse fiel die Wahl auf den ehemaligen Bergbauort Genk im belgischen Limburg. Das Gelände am Albert-Kanal und der Eisenbahnlinie Antwerpen-Lüttich-Köln war günstig gelegen. Die dortigen Löhne waren so niedrig, dass man darüber nachdachte das alte Werk in Antwerpen zu schließen.
    Im April 1962 unterzeichnete Ford einen Fünfjahresvertrag mit der Provinzregierun, Transit und Taunus sollen montiert werden. Im Oktober 1964 wurde das Werk offiziell eingeweiht, kurz darauf wurden die Anlagen in Antwerpen abgebaut und nach England verschifft, Antwerpen wurde fortan zum Traktorenwerk. 1964 begann man auch mit dem Bau des neuen europäischen Ford Prüfgeländes in den Wäldern von Lommel.

    Die Probleme begannen 1968, als rivalisierende Gewerkschaftsgruppen in Genk um ihren Einfluss kämpften. Genk sollte die gleichen Löhne wie Antwerpen zahlen, was seitens Ford abgelehnt wurde. Im Oktober kam es zum fünftägigen Streik. Im November wurde ein Kompromiss zwischen beiden Parteien vereinbart.

    Die Marke Ford war damals in Belgien sehr populär, auch im Motorsport mit bekannten Fahrern wie Gilbert Staepelaere, André Aerts, Jacky Ickx, Claude Dubois, Alain Dex, Yvette Fontaine (Belgiens schnellste Frau), Alain Semoulin, Claude Bourgoignie, Jean Michel Martin, Robert Droogmans, Pierre Dieudonné, Marc Duez, Marc Goosens, Patrick Snijers, Grégoire de Mévius, Bruno Thiry und Laurent Verhoestraete.

    In den 80erJahren wurde in Roboter zur Fertigung des neuen Sierra investiert. Ford Belgien koordinierte nun alle Aktivitäten im Werk Genk, in Zedelgem (1906 als "Werkhuizen Leon Claeys" für Landmaschinen gegründet, 1986 mit Ford New-Holland fusioniert und seit 1990 FIAT Geotech) und dem Testgelände Lommel.

    Seit 1993 wurde in Genk der Mondeo gebaut. Die Transit-Fertigung wurde später in die Türkei verlagert. In den Jahren 1965 - 2000 verließen insgesamt 1.857.635 Transit die Hallen am Albert Kanal. Die flexible Produktion erlaubt heute die Fertigung von gleich drei Modellen: Neben dem Galaxy und S-MAX, der 2007 "Auto des Jahres" in Europa wurde und deren Produktion 2006 anlief, wird weiterhin auch der Mondeo in Genk produziert. Mit 5.700 Beschäftigten bleibt Ford Genk das größte Automobilwerk Belgiens.

    Mit der Verschiffung von jährlich über 73.000 neuen Ford-Fahrzeugen ist der Hafen von Antwerpen seit mehr als 20 Jahren eine der wichtigsten europäischen Drehscheiben des weltumspannenden Logistiknetzes von Ford. Die Neuwagen stammen aus den Produktionsstätten Köln, Saarlouis, Genk und erreichen über den belgischen Seehafen die Bestimmungsorte im Mittelmeerraum, dem Vorderen Orient, in Afrika sowie in Asien.







    am 24.10.2012 wurde auf einer außerordentlichen betriebsratsitzung das ende für das werk genk mitgteilt: deredactie.be/cm/vrtnieuws.deutsch/nachrichten/1.1464897

    das kam für viele überraschend, hatte ford doch im april noch zusätzliches personal eingestellt:
    deredactie.be/cm/vrtnieuws.deutsch/nachrichten/1.1276768

    die wirtschaftskrise und die folgen selbiger haben aber produktionsreduzierungen nötig gemacht, da mehr autos produziert werden als verkauft werden können. opel mußte vorher schon mit dem werk in antwerpen reagieren.

    dem schock folgte wut, das werk wurde blockiert:
    deredactie.be/cm/vrtnieuws.deutsch/nachrichten/1.1465949

    es wurde gestreikt, wenn wieder produziert wurde hat man die fertigen autos nicht vom werksgelände gelassen
    die mussten unter polizeischutz geholt werden: http://deredactie.be/cm/vrtnieuws.deutsch/nachrichten/1.1530135

    diese unklare situation hat ford manchen ärger mit kunden beschert die auf ihr bestelltes auto warteten:
    deredactie.be/cm/vrtnieuws.deutsch/landundleute/1.1543695

    im september 2014 lief dann die produktion des mondeo mk4 aus:
    http://deredactie.be/cm/vrtnieuws.deutsch/Wirtschaft/1.2082610

    am 18.12.2014 war dann der letzte arbeitstag für die meisten der mitarbeiter:
    deredactie.be/cm/vrtnieuws.deutsch/Wirtschaft/1.2082610

    zum schichtende wurden in genk glocken geläutet und sirenenalarm war zu hören.


    ford kostete die entscheidung 750 millionen dollar an abfindungen. die letzten beiden in genk produzierten fahrzeuge wurden verschenkt, ein s-max ging an die stadt genk und ein galaxy an ein begleitzentrum für behinderte personen.



    es bleibt nur ein rückblick auf bessere zeiten:



    und die gewißheit das unsere mk3 ein teil davon waren:

    Es wird Zeit für eine Lücke im Lebenslauf.