AGR

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  • Abgasrückführung
    Bei hohen Verbrennungstemperaturen entstehen im Motor umweltschädliche Stickoxide, vor allem in mageren Gemischen. Ein Absenken der Temperaturspitzen und geringerer Luftüberschuss reduziert die NOx-Emissionen. Beides wird erreicht, indem ein Teil des Abgases über ein Rohr der angesaugten Frischluft zugemischt wird. Durch die geringere Sauerstoffkonzentration im Gemisch läuft die Verbrennung langsamer ab und erreicht deshalb nicht so hohe Temperaturen. Die Regelung der Rückführung übernimmt ein außerhalb des Motors angebrachtes Abgasrückführventil (externe Abgasrückführung). In gewissen Grenzen regelbar wird zudem systembedingt bei allen 4-Takt-Motoren das Abgas während des Ansaugtaktes durch ein offenes Auslassventil wieder angesaugt (interne Abgasrückführung). Da die rückgeführten Abgase heiß sind, vermindert sich der Kühleffekt sowie der Wirkungsgrad des Motors. Das Abgas vor der Beimengung in einem Abgasrückführungskühler zu kühlen, wird jedoch aufgrund der zusätzlichen Kosten nur bei leistungsstärkeren Motoren durchgeführt. Bei Ottomotoren wird die Abgasrückführung zudem bewusst zum Absenken des spezifischen Kraftstoffverbrauchs im Teilllastbereich eingesetzt. Das Hinzufügen nicht brennbaren Gemisches ermöglicht es, bei gleicher gewünschter Motorleistung die Drosselklappe weiter zu öffnen und die Strömungsverluste an dieser Stelle zu verringern. Bei vernünftigem Einsatz einer Abgasrückführung kann der Verbrauch in der Teillast ohne Nachteile in der Fahrbarkeit um bis zu 5% abgesenkt werden. Hierzu werden aber diagnostizierbare AGR-Systeme benötigt (Lagerückmeldung des offenen Ventilquerschnitts oder indirekte Überwachung über den Luftmassenmesser). Da bei dieselbetriebenen Motoren die Rußpartikelemissionen stark vom Abgasrückführsystem beeinflusst werden, ist dort eine hohe Regelgenauigkeit erforderlich. Dies begründet den Einsatz eines zusätzlichen Sensors für die Ventilposition. Die Abgasrückführung findet nur im Teilllastbereich statt. Die maximalen Abgasrückführungsraten betragen bei Dieselmotoren etwa 60%, bei Direkteinspritzer-Otto-Motoren etwa 50% und bei konventionellen Saugrohr-Ottomotoren etwa 20%. Die interne AGR wird heute über verstellbare Nockenwellen gesteuert. Bei älteren Nockenwellenantrieben ohne Verstellung ist die interne AGR - soweit überhaupt vorhanden - konstruktiv festgelegt.Bei OBD-Fahrzeugen erfolgt die Überwachung der Abgasrückführung (je nach Fahrzeughersteller) über Temperaturfühler im Ansaugkanal, Druckfühler im Ansaugkanal oder Potentiometer am Abgasrückführventil. Die Sensoren melden dem Steuergerät, ob das System funktioniert. Bleibt die Rückmeldung aus, wird vom Steuergerät die OBD-Lampe angesteuert. Beim Mondeo MK3 Diesel wurde Anfangs ein unterdruckgesteuertes AGR verbaut, bei dem ein regelmäßige Reinigung Probleme vermeiden kann. Ab ca. Modelljahr 2006 wurde eine elektronisch geregelte Variante verbaut, bei der die Reinigung hilfreich, meistens aber nicht Ursache für Probleme ist. Bei dieser Variante wird die eigentliche Regelung über einen Zahnradantrieb angetrieben. Die anfänglich verbauten Kunststoffzahnräder leiden leider unter Zahnverlust. Seit ca. 2007 gibt es den Antrieb mit Metallzahnrädern - auch bei Austauschteilen- welche nun länger halten sollen.

    Quelle: Wikipedia

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