Lose Radbolzen an der Bremsscheibe festgeschweißt, Rad wieder druff und fertig - ist das eine korrekte Reparatur oder grob fahrlässig?

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  • Lose Radbolzen an der Bremsscheibe festgeschweißt, Rad wieder druff und fertig - ist das eine korrekte Reparatur oder grob fahrlässig?

    Hallo, Ihr Lieben,

    vor 5 Monaten hatte ich hier berichtet, dass ich einen Schrauber gefunden habe, der mein Auto über den TÜV bringen will für halbwegs akzeptables Geld. Naja, der Spaß hat mich 1.450 Euro gekostet, dann hatte das Auto TÜV. Angeblich wurden damals u.a. die Spurstangen, Radlager, Achsmanschetten, Bremsen einschl. Handbremse, die Kupplung, Scheinwerfer usw. gemacht und die Spur eingestellt. Der Wagen ist dann auch ohne jeden Mangel über den TÜV.

    Letzten Dienstag, also drei Monate und 3.000 km später, fiel mir auf, dass die Vorderreifen fast kein Profil mehr haben und innen sogar schon das Gewebe der Reifen zu sehen ist. Ich habe sofort mehrere Werkstätten angerufen, wer mir sofort andere Reifen draufmachen kann. Bin dann in meiner Not zu Pitstop, weil ich keinen Meter mehr mit solchen Reifen fahren wollte.

    Beim Reifenwechsel hat sich dann herausgestellt, dass diverse der Mängel schon wieder da sind, u.a. defekte Achsmanschette, das Getriebe ölt schon wieder (oder immer noch?),



    die Handbremse hat fast keine Funktion mehr, die Scheinwerfer sind schon wieder blind usw.

    Vorne links war dann eine Radmutter nicht mehr zu lösen, weil sich der Bolzen mitdrehte. Der Monteur hat dann die Mutter abgeflext, um das Rad abnehmen zu können. Und da haben wir dann gesehen, dass die Bremsscheiben derart verrostet sind, dass sie nach Meinung des Monteurs nicht nur ein paar Monate alt sein können (was ich nicht beurteilen kann). Der Höhepunkt des Ganzen war aber, dass die Radbolzen an der Bremsscheibe festgeschweißt worden sind, damit sie halten:



    Die Schweißnaht hatte sich bei einem Radbolzen allerdings wieder gelöst, der drehte sich dann eben mit:



    Der Monteur von Pitstop hat gesagt, so etwas dürfe man gar nicht machen, das wäre grob fahrlässig. Man hätte neue Radbolzen kaufen müssen und die alten ersetzen, und falls das nicht mehr geht, hätte eine neue Radnabe eingebaut werden müssen. Er hat weiter gesagt, so wäre das Auto gar nicht verkehrssicher. Mein Mann, der von Beruf Schlosser ist und sich so ein bisschen auskennt, hat den Ausdruck "kriminell" gebraucht und wollte mit den Bildern und der Stellungnahme von Pitstop gleich zum Rechtsanwalt.

    Ich bin jetzt ein bisschen unsicher, was ich tun soll. Wie seht Ihr das? Ist das eine nicht fachgerechte Reparatur? Oder ist sowas bei alten Autos üblich? Was würdet Ihr tun?

    Vielen, vielen Dank im Voraus für Eure Meinungen.

    Liebe Grüße, Annette
  • das ist auf keinen fall eine Reparatur, das ist nichtmal pfusch, sondern kriminell was da gemacht wurde.
    auf jeden fall versuchen beim Anwalt, dürfte aber schwer werden nach der zeit.

    auf jeden fall sollten diejenigen die an dem Auto vorher dran waren gehörig auf die finger bekommen.
    gruß aus der oase
    ......olaf
    Glänzt nicht, gibt's nicht! :thumbup:

    tips von mir sind tips aus erfahrung, ihr probiert auf eigene gefahr!

    ich hab kein geld, aber ich bin reich :miffy: :vain:
  • Hallo, Danke für die schnellen Antworten. Die angeblichen Reparaturen sind erst drei Monate her, das Auto ist Anfang Dezember über den TÜV gebracht worden. Sind diese drei Monate denn schon eine "zu lange" Zeit, um eine Reparatur zu reklamieren?
  • War das denn ne offizielle Reparatur mit Rechnung oder eher schwarz?

    Selbst die billigsten Bremsscheiben sind nach so kurzer Zeit nicht so rostig und vernarbt.

    Wenn man ein Getriebe abdichtet, macht man es in der Regel auch sauber. Und wenn es dann wieder undicht wird, ist es sicher ölig, aber eher nicht so verdreckt wie auf dem Bild.

    Wenn auch hinten die Stehbolzen geschweißt sind, wurden da sicher nicht die Radlager neu gemacht, das käme mit neuer Nabe und neuen Bolzen. Und wenn man die Bolzen anpunktet, dann doch von hinten an der Nabe. Und nicht von vorn an der Scheibe.

    Also vielleicht auch mal mit dem untersuchenden Sachverständigen reden wie ein Auto in dem Zustand vor 3 Monaten Tüv bekommen haben kann?!


    Schwarz ist bunt genug.

  • Patrick4939 schrieb:

    Also vielleicht auch mal mit dem untersuchenden Sachverständigen reden wie ein Auto in dem Zustand vor 3 Monaten Tüv bekommen haben kann?!
    Nicht vielleicht...
    TÜV Protokoll nehmen, Name des Prüfers ablesen, die zuständige Organisation kontaktieren, dem Prüfer nen Einlauf machen. Der "Werkstatt" auch.
    So etwas geht ja gar nicht.
    :thumbsup: Einmal Mondeo - immer Mondeo! :thumbsup:
    Fuhrpark:
    Mondeo MK3 2.0 TDCI Turnier 131 PS schwarz Ghia (meiner)
    Mondeo MK3 2.0 Duratec HE Turnier 146 PS schwarz Ghia X mit Styling Paket (meiner Frau ihrer)
    Fiesta MK5 1.25i 16V Zetec SE 75 PS schwarz Kool (dem Junior seiner) *Verkauft am 22.10.2019*

    Mondeo MK1 2.5 V6 Turnier 170 PS dunkelblau Ghia (wird aufgearbeitet und wartet auf sein H Kennzeichen) :love:
  • Patrick4939 schrieb:

    rabe2701 schrieb:

    Das mit den angeschweißten Radbolzen, erkennt auch der pingeligste Prüfer nicht.
    So wie es auf dem Bild aussieht, vorne.
    Ölverlust ist gut genug erkennbar?
    Ich vermute ja auch das es da nicht mit rechten Dingen zu ging!
    Das eine Werkstatt alte Bremsen die nicht total verschlissen sind für die HU kurzfristig pimpen kann ist sicher bekannt, und einen Lappen haben die auch, dann sieht es wie schwitzen aus und das geht bei einer HU sehr oft so durch.
    Wie schon geschrieben ohne vernünftige Rechnung für ausgewechselte Teile, würde ich den Rechtsweg nur mit einer Rechtsschutzversicherung gehen.
    Gruß Kalle

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von rabe2701 ()

  • Patrick4939 schrieb:

    War das denn ne offizielle Reparatur mit Rechnung oder eher schwarz?
    Guten Morgen und noch einmal vielen Dank für eure Einschätzungen. Also, ich habe diese Werkstatt über ebay-Kleinanzeigen gefunden. Dort wurde damit geworben: "Wir haben uns auf die Reparatur von älteren PKW festgelegt … " Das ganze war eine öffentliche gewerbliche Anzeige, also erstmal nix schwarz. Aber: ich habe bis heute immer noch keine Rechnung bekommen und was gemacht worden ist, nur mündlich mitgeteilt. Schriftlich habe ich nur über whatsapp, dass eben die Mängel gemäß TÜV-Bericht behoben werden sollen und wurden.

    Ich denke, ich werde das Ganze meinem Schwager übergeben, der ist Rechtsanwalt. Wünsche Euch allen ein schönes Wochenende, auch wenns ja ziemlich verregnet werden soll.

    Liebe Grüße, Annette
  • Condomino schrieb:

    Nicht vielleicht...
    TÜV Protokoll nehmen, Name des Prüfers ablesen, die zuständige Organisation kontaktieren, dem Prüfer nen Einlauf machen. Der "Werkstatt" auch.
    Ich habe das bei meinem Fusion auch gemacht, hab dem Tüv eine Mail geschickt und die haben sich dann sofort am nächsten Tag gemeldet und haben auch nachgeforscht! Die kümmern sich schon darum, das solchen Halunken der Saft abgedreht wird!!! Da verstehen die keinen Spaß! :thumbsup: :thumbsup: :thumbsup:
    Und diese Werkstatt, wenn man sowas noch so bezeichnen will, ist doch keine Werkstatt!!! Solche abgelieferten Reparaturversuche sind wirklich kriminell, das würde ich auch mal an die Handwerkskammer weiter geben, denn solchen Leuten gehört das Handwerk gelegt!!! Auch die Sache mit dem Ölleck am Getriebe muß aber nicht vom Getriebe kommen, müßte aber bei der Menge auch beim Kupplungswechsel gesehen worden sein, ich tippe da auf den KWSR, der sollte grundsätzlich beim Kupplungswechsel mit gewechselt werden, ich spreche da aus eigener Erfahrung, nicht mitgemacht und drei Monate nach dem Kupplungswechsel fing der an zu lecken, ist aber auch allgemein bekannt im Mondeo-Forum! Viel Glück mit dem Rechtsanwalt ohne Rechnung, ich drück dir die Daumen, das du was erreichen kannst! Bitte hier doch weiter berichten, egal, ob Positiv oder Negativ! :thumbsup:
    Bin eigentlich ein ganz liebes Kerlchen, also, ärgert mich nicht! :cursing:
  • hi,

    Und das Finanzamt...wenn er keine Rechnung ausstellt, führt er auch keine USt ab.

    Wenn die gegen ihn ermitteln, ist das schlimmer als BG und HK zusammen.

    TÜV Prüfer kriegt man nur wegen "Falschbeurkundung im Amt" und dafür ist Vorraussetzung, das man nachweisen kann, dass die Mängel zum Zeitpunkt der Prüfung bereits bestanden haben müssen und erkennbar waren - starke Korrosionsschäden an tragenden Teilen bspw.

    Wenn du einen Schweisspunkt beim Räderwechsel mal eben abreisst, ist's bei dem Kerl auch mit schweissen nicht weit her.

    Nach 3 Monaten sehe ich aber nur die Sache mit den Bolzen als nachweisbar an, sichere dir die Aussage des PitStop-Monteurs.

    Grüße!
    geht nicht, gibt's nicht.
  • Wenn man keine Rechnung hat, ist es schwarz... Und da dann jemanden anzeigen ist sowas wie sich selbst ins Knie schießen.

    Ein WhatsApp-Chat als "Beweis", na ich weiß ja nicht. Irgendwem wildfremdem ohne irgendwas in der Hand zu haben fast anderthalbtausend Euro zu geben, wenn man selbst nicht die Möglichkeit hat, dieses zu überprüfen, halte ich für grob fahrlässig.


    Schwarz ist bunt genug.

  • cmoffroad schrieb:

    Und das Finanzamt...wenn er keine Rechnung ausstellt, führt er auch keine USt ab.
    Also, Rechnung und Umsatzsteuer geht nicht zwingend miteinander, er kann sein Gewerbe ja auch als Kleinunternehmer angemeldet haben. Allerdings wird er Einnahmen von Leuten, die nicht unbedingt eine Rechnung verlangen, vielleicht nicht als Einkünfte in der Steuererklärung angeben.

    Patrick4939 schrieb:

    Wenn man keine Rechnung hat, ist es schwarz... Und da dann jemanden anzeigen ist sowas wie sich selbst ins Knie schießen.
    Das sehe ich etwas anders. Ich habe den Kontakt über eine gewerbliche Anzeige, die auch heute noch bei Ebay Kleinanzeigen zu finden ist. Und wir haben ja nicht ausdrücklich Arbeiten ohne Rechnung vereinbart, ich habe nur bis heute keine bekommen. Die werde ich jetzt von dem Typen verlangen, und dann sehen wir weiter. Ich halte Euch auf dem Laufenden.

    Liebe Grüße, Annette
  • cmoffroad schrieb:

    Wenn du einen Schweisspunkt beim Räderwechsel mal eben abreisst, ist's bei dem Kerl auch mit schweissen nicht weit her.

    Nach 3 Monaten sehe ich aber nur die Sache mit den Bolzen als nachweisbar an, sichere dir die Aussage des PitStop-Monteurs.
    :thumbsup:
    Gruß Kalle
  • Ich habe eine Rechnung von Pitstop, wo die Mängel detailliert beschrieben sind und auch drinsteht, dass das Auto nicht mehr verkehrssicher ist. Außerdem habe ich neben etlichen Bildern auch Videos, auf denen der Monteur mir das erklärt und den angeschweißten und abgerissenen Radbolzen hin und her dreht. Diese Videos habe ich auf Betreiben des Monteurs gemacht, der auch sagte, dem der das gemacht hat, müsse man das Handwerk legen...
  • Hi,

    Malefiz schrieb:


    cmoffroad schrieb:

    Und das Finanzamt...wenn er keine Rechnung ausstellt, führt er auch keine USt ab.
    Also, Rechnung und Umsatzsteuer geht nicht zwingend miteinander, er kann sein Gewerbe ja auch als Kleinunternehmer angemeldet haben. Allerdings wird er Einnahmen von Leuten, die nicht unbedingt eine Rechnung verlangen, vielleicht nicht als Einkünfte in der Steuererklärung angeben.
    Ja, richtig. Da hab ich ne Nummer zu groß gedacht...aber das Ergebnis ist ja das Gleiche.

    Darum soll es hier aber nicht gehen, wichtig ist, dass der Typ aufhört, Kundenfahrzeuge zu "reparieren".

    Grüße und viel Erfolg, liebe Annette
    geht nicht, gibt's nicht.
  • Wenn du zu dem Typen gehst wegen der Rechnung: Nix sagen von den Mängeln. Du brauchst die Rechnung für deine Steuererklärung. Wenn du das mit den Mängeln sagst, wirst du wohl nie eine Rechnung bekommen.